Ein weißes Netz aus diagonalen und vertikalen Linien legt sich in Boyce‘ „When Now is Night“ wie ein Gitter über den schwarzen Untergrund. Dahinter zeichnet sich eine zweite Ebene blasserer, verschachtelter Formen ab und verleiht der zweidimensionalen Wand eine dreidimensionale Struktur. Durch die Wiederholungen und Rhythmen des Tapetensiebdrucks möchte Boyce eine Art „geometrischen Soundtrack“ schaffen, der die Atmosphäre des Raumes verändert.
Boyce wurde inspiriert von Saul Bass’ Vorspann zu Alfred Hitchcocks Film „Der unsichtbare Dritte“ (1959). Dort verwandelt sich ein abstraktes Liniennetz auf einer grünen Fläche in die verglaste Fassade eines New Yorker Hochhauses. Erst dadurch wird deutlich: Es handelt sich nicht um ein abstraktes Raster, sondern um einen Ausschnitt aus der (filmischen) Realität.
Der Gedanke, dass die Nacht nicht nur ein Zeitpunkt, sondern auch ein Ort sein kann, faszinierte Boyce. James Thomsons Gedicht „The City of Dreadful Night” (1874) beeindruckte ihn besonders. Boyce‘ Tapete lässt den Ausstellungsraum gleichzeitig zur Stadt und zur Nacht werden.
Weitere Medien
- Ort & Datierung
- 1999
- Material & Technik
- Handgedruckte Tapete
- Abmessungen
- Maße variabel
- Museum
- Courtesy of the artist and The Modern Institute / Toby Webster Ltd, Glasgow
- Inventarnummer
- X26.201