Gustav Wiethüchter, geboren 1873 in Bielefeld, erhielt nach seiner Ausbildung, die er unter anderem in Berlin absolvierte, im Jahr 1900 eine Anstellung an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Barmen als Lehrer für Ornament- und Pflanzenzeichnen. 1915 wurde ihm der Professorentitel verliehen und er lehrte als einflussreicher und progressiver Pädagoge bis 1933. Wegen Differenzen mit der Schulleitung legte Wiethüchter nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sein Amt nieder.
Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte er an Ausstellungen des Deutschen Werkbundes teilgenommen, 1919 schloss er sich dem Jungen Rheinland und der in Berlin gegründeten Novembergruppe an, der es um eine gesellschaftliche Relevanz von Kunst ging. In den 1920er Jahren entwickelte er sich zu einem der führenden Köpfe des rheinischen Expressionismus.
Er fand zunächst im Symbolismus und im Jugendstil Anregungen. Aber auch Einflüsse der Expressionist:innen und des Kubismus, Anklänge an Matisse, die Fauves und Hodler lassen sich in seinem Werk der 1920er Jahre ausmachen. Meist interessierte sich der Künstler für das bäuerliche Leben und die Natur. Wiethüchter widmete sich aber auch der angewandten Kunst. Seine oft ornamenthafte Gestaltungsweise, mit der er Mensch und Natur auf das Wesentliche reduziert darstellt, ist typisch für die Kunst einer zweiten Generation von Expressionist:innen. Wie andere Maler:innen seiner Zeit suchte er nach einem zeitgemäßen Ausdruck von Schönheit und Harmonie, dem er die zeitlosen künstlerischen Gesetzmäßigkeiten von Farbe, Form und Komposition zugrunde legte. Fast vergessen verstarb Wiethüchter 1946 in Wuppertal-Barmen.
- Material & Technik
- Tusche auf Papier
- Abmessungen
- 26,9 x 20,6 cm
- Museum
- Von der Heydt Museum
- Inventarnummer
- KK 1993/116