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Raum 11: Architekturornament als Zitat

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Zwei Wände des Saals sind von einer Wandarbeit des Künstlers Martin Boyce bedeckt: einer Tapete, in der mehrere räumliche Ebenen sich so überlagern, dass sich ein im Rapport stehendes Muster ergibt. Es zitiert den Vorspann zu Alfred Hitchcocks-Film „North by Northwest / Der unsichtbare Dritte“ (1959), gestaltet von Saul Bass: Senkrechte und diagonale Linien verschränken sich und bilden ein Netz, das schließlich überblendet wird in eine spiegelnde Hochhausfassade.
Auch die Säule von Silke Leverkühne ist ein Zitat, und zwar der dekorativen Steinschichtung der Säulen im Dom von Orvieto. Allerdings unterlaufen die mit Eitempera aufgetragenen Streifen das starre System. Statt um Tektonik geht es um Licht und Schatten.
Driss Ouadahi, der aus Casablanca stammt, und Susan Hefuna nahmen ihr Studium an deutschen Akademien jeweils in den 1980er Jahren auf. Ihre Arbeiten wurden im Westen zunächst hauptsächlich im Kontext von Minimalismus und Farbfeldmalerei gesehen. Ouadahis Bilder handeln von den Hochhaussiedlungen europäischer wie nordafrikanischer Metropolen. Hefuna setzt sich mit den kunstvoll gedrechselten Holzgittern (Mashrabiya) auseinander, die in der traditionellen ägyptischen Architektur Außen- und Innenraum trennen. In die einzelnen Gitter sind englische und arabische Wörter eingeflochten. Die arabischen Schriftzeichen erscheinen für den westlichen Blick als Teil der ornamentalen Struktur; das englische Wort „Dream“ hingegen löst sofort zahlreiche Assoziationen aus.

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