Nüchtern, sachlich, anonym: Das Raster ist ein Sinnbild der Gesellschaft unserer Zeit, von Massenproduktion und Massenkonsum. Es begegnet uns im Minimalismus ebenso wie in der Pop Art. Es ist streng und schön, ist Ordnung und Schmuck, entfaltet eine ornamentale Wirkung. Wenn die serielle Wiederholung einerseits das einzelne Element entwertet, schärft es andererseits den Blick für die Bildwelten des Alltags: Kommazeichen, Wollsiegel-Embleme, Rolltreppen, Figuren der Popkultur, Blumen oder einfach Flecken werden als Zeichen kenntlich. Was auf den ersten Blick unschuldig und dekorativ daherkommt, stiftet dazu an, unter die vermeintlich glatte Oberfläche zu schauen. Es lenkt den Blick auf die Gesellschaft, ihre Produktionsweisen, ihre Vorstellungen von Individualität und Masse und nicht zuletzt auf die Bilder, in denen sich eine Epoche selbst spiegelt.