Mit ihren Wandarbeiten bezieht sich Katja Davar auf die Musterbücher von Isabella Parasole, einer italienischen Künstlerin des 16. Jahrhunderts. Parasoles Spitzenentwürfe wurden von Italien ausgehend in vielen Ländern Europas vertrieben. Durch Handel tauschen sich nicht nur Wirtschaftskreise, sondern auch Kulturen aus. Ornamente werden in diesem Kontext zu einem Medium der Kommunikation.
Spitze, die sich in Europa zu einer eigenständigen Textiltradition entwickelte, verbreitete sich durch Handel, Kolonialisierung und Globalisierung. In aufwändiger Handarbeit hergestellt, galt sie als Luxusgut und ab dem 16. Jahrhundert auch als Symbol der Macht.
In Davars Installation bekommen die Strukturen der Spitzenornamente, die üblicherweise filigran und beiläufig erscheinen, eine neue Präsenz. In ähnlicher Weise erhalten die unterschiedlichsten Handelsrouten, die – nachgezeichnet auf den Globen – wie ein Netz die Welt umspannen, Sichtbarkeit.