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Raum 4: Ornamentale Linie und abstrahierende Kunst

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Wenn das Ornament nur als Dekor galt, als emotional und weiblich, sollte im Gegensatz dazu die „hohe“ Kunst abstrakt, männlich und geistig sein. So jedenfalls sah es Wassily Kandinsky. Wilhelm Morgner dagegen hatte keine Angst vor dem Ornament. Mit kraftvoller Linie schuf er ornamentale Kompositionen, in denen die Landschaftsmalerei nachklingt. Paul Klee und Oskar Schlemmer setzten sich am Bauhaus zwangsläufig mit der angewandten Kunst auseinander. Klee, zeitweilig Lehrer der Weberei, versah einige seiner Werke im Titel mit dem Zusatz „ornamental“. Wie für Matisse wurde für ihn die "orientalische" Kunst richtungweisend. Oskar Schlemmer vereinfachte die menschliche Figur zu einem Liniengerüst, das er mit einem Ornament vergleicht. Während seiner Zeit am „Lacktechnikum“ in Wuppertal zu Beginn der 1940er Jahre entwarf er zudem Dekore, die er aus der menschlichen Figur entwickelte. Auch für Ewald Mataré war die Idee des Ornaments zentral. Dabei ging es ihm nicht ums Dekorative, sondern um klare und allgemein gültige Formen. In der Natur hänge alles miteinander zusammen und voneinander ab: „… es ist ein ungeheures Ornament. Immer muss ich versuchen, vom Einzelnen ins Allgemeine zu gelangen, das ist mein Weg.“

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