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Raum 3: Gemusterte Flächen im Interieur

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Bunte Tapeten, Stoffe und Teppiche prägten die bürgerliche Interieur-Malerei um 1900. Sie vermitteln das Lebensgefühl der Zeit und dienten zugleich dazu, auf der Fläche eines Bildes räumliche Tiefe zu erzeugen. Henri Matisse war ein Befürworter des Dekorativen in der Malerei. Insbesondere die "orientalische" Ornamentik inspirierte ihn. Linie und Farbe ergänzen einander in seinen Bildern. Die Werke in diesem Raum zeigen, dass Malende in ganz Europa sich von außereuropäischer Ornamentik inspirieren ließen und mit ihrer Hilfe ihr Formrepertoire erweiterten. Ist es bei dem Franzosen Édouard Vuillard ein persischer Teppich, so ist es bei dem Deutschen August Macke die nordafrikanische Webkunst und bei dem niederländischen Maler George Hendrik Breitner ein japanischer Kimono. Auf vielen Bildern verschmilzt die gemusterte Kleidung der Frauen mit dem Dekor des Raumes. Daran ist auch die gesellschaftliche Rolle der Frau ablesbar: Das Private ist der ihr zugewiesene Lebensbereich, das Ornament ihr Betätigungsfeld. Zugleich wurde damit das Ornament aus der „hohen“ Kunst ausgeschlossen – eine Zuweisung und Einschränkung, die bis heute nachwirkt.

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