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Raum 2: Reformbewegungen im Kunstgewerbe

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Um 1900 waren Ornamente allgegenwärtig: im Kunstgewerbe, auf Textilien, in der Architektur. Der Überfluss an aufwändigem, industriell hergestelltem Schmuckwerk provozierte Gegenbewegungen. Gerade im Wiener Jugendstil wurde intensiv über das Ornament diskutiert. Besonders provokant formulierte der Architekt Adolf Loos seine Kritik an der Dekorationslust der Zeitgenossen in seinem berühmten Vortrag „Ornament und Verbrechen“. Im Gegenzug plädierten Vertreter:innen der Kunstgewerbereform für moderne, individuell entworfene Ornamente. Eine Produktionsgemeinschaft in diesem Sinn war die Wiener Werkstätte, gegründet 1903 von Architekt Josef Hoffmann und Grafiker Koloman Moser. Die hier ausgestellten Entwürfe wurden für die Wiener Textilfirma Backhausen, die auf Innenausstattung spezialisiert war, angefertigt. Auch im Wupper-Tal, in Barmen wie in Elberfeld, wurden Ende des 19. Jahrhunderts Kunstgewerbeschulen gegründet. Julius Mermagen etwa, Lehrer an der Kunstgewerbeschule Elberfeld, entwarf Ornamentdekorationen. Daneben arbeitete er als „freier“ Maler.

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