Schön und streng, verspielt und geordnet, poppig und politisch: Ornamente prägen unsere Wahrnehmung in vielen Lebensbereichen – auch in der Kunst. Die Ausstellung lädt ein zu einer lustvollen Entdeckungsreise in die Welt der Muster und Rapporte. Gleichzeitig analysiert sie deren Funktion und Bedeutung, von der Klassischen Moderne bis heute.
Am Anfang stehen die Entwürfe der Wiener Werkstätte und die Diskussion im frühen 20. Jahrhundert um die Rolle des Ornaments in der Moderne. Trotz aller Kritik am vermeintlich überflüssigen Dekor: In der Interieurmalerei von Henri Matisse, Édouard Vuillard oder auch Hans Purrmann vermitteln üppig bunte und frei gestaltete Tapeten, Stoffe und Teppiche ein positives Lebensgefühl. August Macke bereichert den eigenen Formenschatz mit exotischen Ornamenten und lässt Farbe, Form und Fläche zum eigentlichen Bildthema werden. Auch abstrakte Bildkonzepte entstehen aus der Auseinandersetzung mit dem Ornament. Von hier aus schlägt die Ausstellung den Bogen zur aktuellen Malerei und Installationskunst.
Die Werkauswahl – sie umfasst neben zahlreichen Gemälden und Grafiken auch Textilarbeiten und Installationen – veranschaulicht einerseits die dem Ornament eigene formale Strenge. Andererseits betont sie den Aspekt des Spielerischen. Sigmar Polke oder Thomas Bayrle, Philip Taaffe oder Katja Davar verbindet ein offenbar zeitloses Interesse an diesem Thema.
Historisch gewachsenen Ornamenten stehen individuell gestaltete, dem heutigen Farb- und Formempfinden entsprechende Bildmuster gegenüber. Auch gesellschaftskritische Botschaften lassen sich über Muster und Ornamente vermitteln: etwa im Werk von Künstler:innen wie Nevin Aladag, Azra Akšamija oder Susan Hefuna, die auf die Traditionen ihrer jeweiligen Kulturkreise zurückgreifen.