Als Malerei im Raum ist die „Säule“ ein Unikum in Leverkühnes Werk. Entstanden ist die Arbeit 1991 für den Pavillon der damaligen Wuppertaler Galerie Annelie Brusten. Sie galt als experimentelles Forum für die Professor:innen und deren Meisterschüler:innen der Kunstakademie Düsseldorf. Silke Leverkühne studierte von 1971 bis 1978 an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss 1978 ihr Studium als Meisterschülerin bei Alfonso Hüppi ab.
In Reaktion auf den oktogonalen Pavillon der Galerie hat Leverkühnes „Säule“ einen achteckigen Grundriss bekommen. Es gibt weder Basis noch Kapitell. Nicht die Wiedererkennbarkeit der Architektur scheint im Mittelpunkt zu stehen, sondern vielmehr das Festhalten optischer Wahrnehmungsphänomene im Zusammenspiel von Licht, Schatten und Material.
Die Arbeit gehört in den Kontext der „Streifenbilder“, die sie ab 1990 malte. Leverkühne nimmt in ihren Bildern die typisch schwarz-weiße Steinschichtung italienischer Kirchenbauten wie des Doms von Orvieto oder der Kathedrale von Siena auf. Der Richtungswechsel der Streifen und die in Violett-, Blau- und Grautönen angedeuteten Schatten erzeugen eine optische Täuschung, die die Fläche als Relief erscheinen lässt.
Im Von der Heydt-Museum waren Arbeiten von Silke Leverkühne zwischen 1987 und 1997 mehrfach zu sehen. Die „Säule“ ist 2025 als Schenkung an den Kunst- und Museumsverein in die Museumssammlung gelangt.
- Ort & Datierung
- 1991
- Material & Technik
- Eitempera, Holz
- Abmessungen
- Höhe 474 cm, Durchmesser 90 cm
- Museum
- Kunst- und Museumsverein
- Inventarnummer
- KMV 2025/56