Olga Markowa Meerson verkehrte mit vielen bekannten Künstler:innen ihrer Zeit, darunter Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und Henri Matisse. Dennoch ist sie heute beinahe vergessen: Viele ihrer Werke gelten als verschollen, die wenigen Bilder in Museumsbesitz werden selten gezeigt.
Meerson war nicht nur Matisse’ Schülerin, sondern auch eine enge Vertraute. 1911 reiste sie mit seiner Familie nach Collioure in Südfrankreich, um ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen. Dort entstand auch dieses Porträt ihres Lehrers. Anders als Matisse, der Frauen oft spielerisch und in Verbindung mit floralen Ornamenten darstellte, wählt Meerson ein minimalistisches, geometrisches Muster. Das Bild wirkt ernst – womöglich ein Zeichen ihres Respekts vor dem Meister.
Die Gefühle der jungen Künstlerin gingen jedoch über den künstlerischen Austausch hinaus. Als das Ehepaar Matisse von Meersons romantischem Interesse erfuhr, brach der Kontakt Ende 1911 ab.
Weitere Medien
- Ort & Datierung
- 1911
- Material & Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- 36 × 58 cm
- Museum
- Privatsammlung
- Inventarnummer
- X26.195