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#205

Judaic Painting I

Taaffe, Philip (1955-) | Künstler:in

02:23

Philip Taaffe verbindet in seinen Gemälden verschiedene Techniken: Siebdruck, Schabloniermethoden („Paper Cuts“), Collage, Schabtechniken, Acryllasur und Techniken der Buchbinderei wie etwa die Verwendung von Blattgold. Seine Motive stammen aus sehr unterschiedlichen Traditionen, von islamischer Architektur und osteuropäischem Textildesign bis zur Kalligrafie. Die einzelnen Fundstücke übernimmt er nicht einfach, sondern kombiniert sie von Bild zu Bild neu.
In seinem Werk „Judaic Painting I“ stehen bunte Motive fließenden Farbverläufen auf dunklem Grund. Sie erinnern an die Sgraffito-Technik, bei der durch das Wegkratzen einer oberen Schicht tiefer liegende Farben freigelegt werden. Ihre Formensprache bezieht sich auf die jüdische Scherenschnittkunst von Mizrach- und Schiwiti-Blättern. Diese weisen traditionell nach Osten – in Richtung Jerusalem – und verweisen auf die göttliche Gegenwart.
Am oberen Rand ist in Blau und Rot das Tetragramm (JHWH), das Zeichen der Gottespräsenz, in dreifacher Ausführung zu erkennen. Dazwischen stehen auf Gold die Worte „Osten“ und „Damaskus“ und die Mondsicheln darunter enthalten Verse aus den Psalmen für Segen, Schutz und Wohlergehen im Haus. Die gekrönten Löwen symbolisieren den Löwen Judas. Beide tragen kleine hebräische Beschriftungen auf dem Körper, die sich auf ein bekanntes Sprichwort aus den Sprüchen der Väter beziehen und sinngemäß „stark und tapfer wie ein Löwe“ bedeuten. Sie rahmen das Motiv eines Toraschreins mit verschiedenen Tierdarstellungen.
Zentral steht hier das Motiv der Menora, des siebenarmigen Leuchters, dessen Arme traditionell mit Worten des Psalms 67 in winziger Schrift (Mikrografie) versehen sind. Er wird gerahmt von zwei roten Gesetzestafeln, auf denen vermutlich die zehn Gebote in Kurzform vermerkt sind.
Weitere vorkommende Motive der jüdischen Ikonografie sind der Davidstern, die Chamsa-Hand (auch Yad ha-Chamesh, „Hand der Fünf“ oder Hand der Mirjam) und Gefäße mit Früchten als Zeichen der Fruchtbarkeit, Fülle und des Erntedank. Die dargestellten Weinstöcke links und rechts außen neben der Menora verkörpern in der jüdischen Ikonografie das Volk Israel, göttlichen Segen, Fruchtbarkeit und die messianische Hoffnung.

KI-Hinweis: Die hebräische Schrift wurde mithilfe von KI übersetzt. Die Korrektheit der Übersetzungen ist nicht gewährleistet.

Ort & Datierung
2019
Material & Technik
Mixed Media auf Leinwand
Abmessungen
320,7 × 227,3 cm
Museum
Jablonka Collection
Inventarnummer
X26.194
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