Der US-amerikanische Künstler Philip Taaffe wurde 1955 in Elisabeth, New Jersey, geboren und studierte in den 1970er Jahren an der Cooper Union in New York bei dem deutschen Konzeptkünstler Hans Haacke.
Taaffes „Intersecting Balustrades“ ist eine seiner wenigen geformten Leinwände und bezieht sich direkt auf das schmiedeeiserne Geländer des Treppenhauses in der Jersey City Public Library, die sich in unmittelbarer Nähe zu Taaffes Atelier befindet.
Über das 1987 entstandene Werk sagt Taaffe selbst, dass es in seinem Schaffen einen besonderen Platz einnehme: Hier habe er viele seiner erlernten Gestaltungsprinzipien zusammengeführt und Zeichnung, Druckgrafik, Collage sowie Malerei miteinander verbunden. „Intersecting Balustrades“ sei stark ortsbezogen und befasse sich gewissermaßen mit dem Theater des Absurden. Zudem stecke darin viel Erinnerung. Die architektonische Gesamtstruktur möge etwas statisch wirken, doch die einzelnen Elemente seien überaus dynamisch – womöglich symbolisierten die in verschiedene Richtungen verlaufenden Windräder und Spiralen zugleich den Blick zurück und den Schritt nach vorn. Taaffe selbst äußerte die Vermutung, dass es das erste Werk sei, in dem er seine ganz eigene Stimme gefunden habe.
Mit „Intersecting Balustrades“ referiert er gleichzeitig auch auf Farbgebung und äußere Form des Werkkomplexes „Notched V Paintings“ des US-Amerikaners Frank Stella (1936–2024) aus den Jahren 1964/65. Taaffe spielt auf Stellas Werk an, weicht dabei jedoch von dessen streng strukturellen Prinzipien ab. Der Bezug zu den Werken des älteren Malers ist also eher zurückhaltend.
Weitere Medien
- Ort & Datierung
- 1987
- Material & Technik
- Siebdruck Collage, metallic, Acryl und Kasein auf Leinwand
- Abmessungen
- 330 × 396 cm
- Museum
- Jablonka Collection
- Inventarnummer
- X26.193