1928 stellt Grossberg in der von seinem Galeristen Karl Nierendorf organisierten Berliner Ausstellung „Kunst und Technik“ mehrere Werke aus. Die Ausstellungsbeteiligung zieht einen Auftrag aus Berlin für Grossberg nach sich: Ein Ingenieur der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke AG (BEWAG), Dr. Martin Rehmer, beauftragt ihn mit der Dokumentation der Errichtung eines neuen Kraftwerks im Westen der Hauptstadt. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise ziehen sich die Bauarbeiten bis 1931 hin und Grossbergs Honorar fällt geringer aus als erhofft. Dennoch entsteht das aus 12 Lithografien bestehende „BEWAG-Portfolio“, das im November 1931 in einer Auflage von 100 Exemplaren gedruckt wird.
Wie schon bei dem ersten Auftrag, den Grossberg 1924 von einem Industriebetrieb, dem Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer, erhalten hatte, fertigte er zunächst Bleistiftzeichnungen an, die er dann in Lithografien übertrug. In ihrer bestechenden Präzision und im Reichtum ihrer Nuancen sind diese Blätter von Fotografien kaum zu unterscheiden. Und natürlich hat sich Grossberg, auch wenn er regelmäßig vor Ort war, auf Fotografien gestützt. Das Portfolio zeigt die Baustelle bei Arbeitsbeginn, während der Bauarbeiten, Einblicke in die Maschinenhallen und das Gelände nach Fertigstellung.
- Ort & Datierung
- 1929
- Material & Technik
- Bleistift auf Papier
- Abmessungen
- 37,7 x 48 cm
- Museum
- Galerie Michael Hasenclever, München
- Inventarnummer
- X26.011