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#236

Café Berlin

Grossberg, Carl (1894-1940) | Künstler:in

01:31

Obwohl Grossberg seit 1921 in Sommerhausen ansässig war, verstand er sich selbst immer als Berliner Künstler. 1926 schloss er einen Drei-Jahres-Vertrag mit dem Berliner Galeristen Karl Nierendorf ab, 1929 trat er dem „Verein Berliner Künstler“ bei. In Sommerhausen hingegen schien er nie richtig Anschluss zu finden.

Während seiner Aufenthalte in der Hauptstadt entstanden zahlreiche Aquarelle, wie beispielsweise das vorliegende Blatt „Café Berlin“. Die Szene besteht aus mehreren Elementen, wobei den Betrachtenden ein fester Platz zugewiesen wird: Wir sitzen vorn am Tisch gegenüber einer Frau und einem Kind. Dabei dürfte es sich um Tilde Grossberg und die Tochter Eva handeln. Das Café liegt etwas höher, links zieht sich eine Balustrade geschwungen an den Tischen vorbei und trennt die unterschiedlichen Bereiche des Bildes. Im Hintergrund ist eine Baustelle zu erkennen, ein Hochhaus, das wohl gerade abgerissen wird. Teilweise steht noch die backsteinfarbene Fassade, teilweise nur noch das Stahlgerippe des Gebäudekerns.

In den Berliner Aquarellen lässt sich gut erkennen, wie wichtig Grossberg der Einsatz von Farbe war. Im Gegensatz zu den Gemälden, die oft einen sehr strengen kühlen Pinselstrich aufweisen, geht er hier freier mit dem Malmaterial um und experimentiert mit den Möglichkeiten der dünnen Aquarellfarbe. Der zugrunde liegende Strich bzw. die Konturlinien bleiben dabei immer klar und präzise.

Ort & Datierung
1927
Material & Technik
Aquarell und Tuschefeder auf Papier
Abmessungen
38,4 x 48,2 cm (Blatt)
Museum
Privatbesitz [Therese Mootz]
Inventarnummer
X26.058
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