Das Fotografenpaar Hilla und Bernd Becher begründete die sogenannte Düsseldorfer Photoschule und erlangte internationale Bekanntheit durch ihre Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Industriebauten. Hilla Becher stammte aus einer bürgerlichen Potsdamer Familie, Bernd Becher aus einer Siegener Handwerkerfamilie. Sie fotografierten im Siegerland, im Ruhrgebiet, aber auch in Belgien, Frankreich, Großbritannien und den USA. Ihre industriellen Sujets, wie Förder-, Gas- oder Wassertürme, Hochöfen und Fabrikhallen, hielten sie in starrer Zentralperspektive, möglichst freigestellt und ohne Menschen, mittig platziert, ohne perspektivische Verzerrungen und mit gleichmäßiger Tiefenschärfe fest. Häufig fotografierten sie das gleiche Objekt mehrfach, in sechs oder gar zwölf Ansichten aus verschiedenen Winkeln. Dadurch entstanden „Typologien“ industrieller Bauten.
Große Bedeutung für die Bechers hatte Albert Renger-Patzsch, aber auch einige Vertreter der Neuen Sachlichkeit.
1976 erhielt Bernd Becher eine Professur für Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf. Das Ehepaar verstand sich als gemeinsam lehrend; unter ihren Student*innen, als „Becher-Klasse“ bezeichnet, befinden sich viele heute international bekannte Fotograf*innen wie zum Beispiel Thomas Ruff, Thomas Struth, Candida Höfer, Andreas Gursky, Axel Hütte oder Tata Ronkholz.
- Ort & Datierung
- 1983
- Material & Technik
- Gelatinesilberabzug
- Abmessungen
- 60,9 x 50,3 cm
- Museum
- Dauerleihgabe Estate Bernd & Hilla Becher/Max Becher in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln
- Inventarnummer
- X26.141