Dieses Gemälde ist im Frühjahr 1927 während einer Reise nach Köln, Düsseldorf und Wuppertal entstanden. Von einer Balustrade aus hat Grossberg den Bahnhofsvorplatz ins Visier genommen: Rechts das prächtige Gebäude des Hauptbahnhofs, das ganz der Vorstellung des Bahnhofs als „Kathedrale des 19. Jahrhunderts“ entspricht, links davon die den traditionellen katholischen Glauben vertretende Jesuitenkirche. Die eigentliche Kathedrale aber hat Grossberg in seinem Rücken: den Kölner Dom, der hier durch die gestapelten Steine der Dombauhütte vertreten wird. Einige Autos, eine Straßenbahn und diverse Passanten sind ebenfalls zu sehen – die Szene strahlt das Gefühl eines geschäftigen Treibens mitten am Tag aus.
Eine acht Jahre später entstandene Zeichnung, die sich im Von der Heydt-Museum befindet, zeigt die Szene vom gleichen Standpunkt aus, aber leicht verändert. Anstelle der gestapelten Steine der Dombauhütte tritt eine Balustrade, der Platz wirkt insgesamt ruhiger, die Grünfläche fehlt. Die alten gusseisernen Laternen sind modernen Ausführungen gewichen. Ins Auge tritt zudem eine rote Fahne, die unbewegt herabhängt. Das darauf befindliche Hakenkreuz ist nur zu erahnen.
- Ort & Datierung
- 1927
- Material & Technik
- Öl auf Sperrholz
- Abmessungen
- 60 x 70 cm
- Museum
- Merrill C. Berman Collection, Rye, New York
- Inventarnummer
- X26.073