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#251

Damenfüße

Gnoli, Domenico (1933-1970) | Maler:in

01:54

Fasziniert von den banalen Dingen des Alltags, stellt Domenico Gnoli sie auf der Leinwand stark vergrößert und vom normalen Umfeld isoliert dar. Die rückwärtige Ansicht zweier Damenpumps beansprucht die gesamte Malfläche, während von den Frauenbeinen nur noch die Fesseln im Bild erfasst sind. Selten wird vom Künstler der Mensch dargestellt und wenn, dann nur partiell oder von hinten. Der vertraute Gegenstand wirkt in der überdimensionierten Darstellung geheimnisvoll, dem gewöhnlichen Zusammenhang entfremdet und erreicht in der überscharfen Darbietung eine neue Wirklichkeitsebene. „Für mich ist der alltägliche Gegenstand selbst, vergrößert durch die ihm geschenkte Aufmerksamkeit wichtiger, schöner und schrecklicher, als jede Erfindung und Phantasie ihn hätten machen können."

Erst 37 Jahre alt stirbt 1970 der in Rom geborene und aufgewachsene Domenico Gnoli in New York an Krebs. „Seit ich lebe, weiß ich, dass ich Maler werden würde, denn mein Vater, der Kunsthistoriker war, stellte mir die Malerei immer als die einzige annehmbare Sache in der Welt hin. Er brachte mich mit der klassischen italienischen Malerei in Berührung… Mehrere Jahre lang hatte ich Schwierigkeiten zu malen, weil ich mich in die informelle Malerei… nicht einfühlen konnte. Daher wandte ich mich mit Leidenschaft dem Theater zu und realisierte mehrere Bühnendekorationen… Ich habe immer so gearbeitet wie heute, aber es wurde nicht beachtet, denn es war die Stunde der Abstraktion… Ich bin Metaphysiker insofern, als ich eine nicht geschwätzige Malerei suche[.] Ich bin kein Metaphysiker, als ich niemals zu inszenieren suche… Ich bediene mich immer gegebener und einfacher Elemente, ich will nichts hinzufügen, nichts hinwegnehmen. Ich habe sogar niemals Lust zu deformieren: ich isoliere und präsentiere" (Interview 1965).

Ort & Datierung
1969
Material & Technik
Ölfarbe mit Sand auf Leinwand
Abmessungen
191 x 161 cm
Museum
Von der Heydt Museum
Inventarnummer
G 1222
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Offline