1934 realisierte Grossberg ein monumentales Wandgemälde im Auftrag des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda für die Berliner Ausstellung „Deutsches Volk – Deutsche Arbeit“. Das heute nicht mehr existierende Wandgemälde war 45 Meter lang und bis zu 12 Meter hoch. Es zeigte eine großangelegte Industrielandschaft und befand sich in einer Halle auf dem Ausstellungsgelände am Kaiserdamm in Berlin. Überliefert ist das Werk nur in Fotografien und in Form der Maquette, nach der Grossberg das monumentale Format zusammen mit bis zu vier Helfern vor Ort umsetzte.
In der Forschung diente dieser Auftrag jahrzehntelang als Ausgangspunkt, um über Grossbergs Haltung zum Nationalsozialismus zu diskutieren und seine mögliche Unterstützung des NS-Regimes zu befragen. Dass Grossberg diesen Auftrag annahm, so gehen wir heute davon aus, dann, um seine finanzielle Not zu lindern. Grossberg war kein Mitglied der NSDAP. Ganz im Gegenteil: Er und seine Frau galten in Sommerhausen „weltanschaulich als Gegner des Nationalsozialismus“. Man bezichtigte sie auch, Kommunisten zu sein.
Die erhaltenen Vorzeichnungen geben interessante Aufschlüsse darüber, wie Grossberg sein Werk aufgebaut, die Elemente mehrfach verändert und letztlich zusammengesetzt hat.
- Ort & Datierung
- 1934
- Material & Technik
- Öl auf zwei Sperrholzplatten
- Museum
- Harvard Art Museums/Busch-Reisinger Museum, Schenkung von Merrill C. und Dalia
- Inventarnummer
- X26.086