Grossberg hat für sein 1929 angefertigtes Gemälde eine ungewöhnliche Komposition gewählt: Die zwei klassizistischen Gebäude, um die es hier wohl gehen soll, sind jeweils an den Rand der Szene gerückt und stark angeschnitten. So rückt die Flucht zwischen den Gebäuden ins Zentrum, die von unterschiedlichen Tieren bevölkert wird. Auch ein Obelisk und ein ins Nichts führender Mast sind zu sehen. Die Tiere – Vögel, Nagetiere, ein Affe und ein Faultier – hat Grossberg dem Buch „Naturgeschichte der Säugetiere für Schule und Haus“ entnommen, das im Besitz seiner Familie war. Bei den Gebäuden könnte es sich, so eine Vermutung, um zwei neoklassizistische Institutionen Berlins handeln, die Berliner Bauakademie aus rotem Backstein auf der linken Seite und die Akademie der Künste rechts. Einen Obelisken gibt es hingegen in Berlin nicht.
Das Gemälde gehört zu den „Traumbildern“. Weniger unheimlich in seiner Atmosphäre, was auch an den eingesetzten Farben liegt, besteht es, ähnlich wie die anderen Darstellungen der Reihe, aus einer collageartigen Zusammensetzung unterschiedlicher Elemente. Ob die Tatsache, dass hier Tiere die akademischen Orte einnehmen, als kritischer Kommentar zu lesen sein könnte, bleibt offen.
- Ort & Datierung
- 1929
- Material & Technik
- Öl auf Sperrholz
- Abmessungen
- 48 x 38 cm
- Museum
- Merrill C. Berman Collection, Rye, New York
- Inventarnummer
- X26.075