Oft wurden Grossbergs Gemälde mit Fotografie in Verbindung gebracht. Mit zeitgenössischen Fotograf*innen wie August Sander oder Albert Renger-Patzsch teilt er einerseits die Themen, wie Industrie, Technik und Architektur, und anderseits die kühle, sachliche Bildsprache. Doch auch der Vergleich mit einer jüngeren Fotografie-Generation lohnt, wie das vorliegende Bild von Thomas Ruff (geboren 1958) in Gegenüberstellung zu Grossbergs Dorf- und Stadtansichten zeigt.
Wie die meisten Darstellungen Grossbergs ist auch diese menschenleer. Sie zeigt eine Reihe von tristen Mietshäusern, die seitlich ins Bild gesetzt wurden. Dabei handelt es sich allerdings um die Rückseiten der Häuser, da keine Eingangstüren zu sehen sind. Am rechten Bildrand und von diesem stark angeschnitten, ist ein Kirchturm zu erkennen. Das Foto gehört zu einer ganzen Serie von Häusern, die Ruff in Düsseldorf und Umgebung aufgenommen hat. Dabei fotografiert er ungestört frühmorgens und bei grauem Himmel. Ruff, der in der berühmten Klasse von Bernd und Hilla Becher in Düsseldorf studierte, orientierte sich an der sachlichen Architekturfotografie des Bauhauses und der Architekturfotografie der 1950er bis 70er Jahre. Zu den Häusern sagte er selbst: „Wir wissen nichts und zugleich alles über diese Architektur, da ihr charakteristisches Merkmal Anonymität und Ortlosigkeit ist.“
- Ort & Datierung
- 1988
- Material & Technik
- C-Print
- Museum
- Leihgabe des Künstlers
- Inventarnummer
- X26.169