Motiv dieses Gemäldes ist ein standardisiertes Reihenhaus, ein sogenanntes Fertighaus. Vor der weißen Fassade setzen sich die knallroten Regenrinnen und Fenstereinfassungen kontrastreich ab. Das Haus wird aus einer seitlichen Perspektive ins Bild gesetzt, rechts und links angeschnitten. Von rechts fällt Sonnenlicht auf das Haus mit angesetzter Garage.
Grundlage für Grossbergs Motiv war eine fotografische Vorlage, vermutlich eine Dokumentationsaufnahme, die das Fertighaus als ein Haus der Düsseldorfer Stahlhaus-Siedlungen ausweist. Das Schwarz-Weiß-Foto, das sich heute in seinem Nachlass befindet, übernahm der Maler dabei mit wenigen Abweichungen. Sind Komposition, Perspektive und Ausschnitt also bereits in dem Foto vorgegeben, zeichnen Licht und Farbe die malerische Fassung Grossbergs aus.
Das Motiv des Fertighauses belegt nicht nur Grossbergs anhaltendes Interesse an Architektur – vor dem Ersten Weltkrieg hatte er ja Architektur studiert –, sondern lässt sich auch in Verbindung zum Bauhaus und den dort entwickelten Ideen hinsichtlich einer neuen Bau- und Lebensweise bringen. Durch seine enge Zusammenarbeit mit der Industrie stand das Bauhaus für eine Demokratisierung von Architektur, Design und Kunst, die sich für eine gute, gattungsübergreifende Gestaltung für alle Menschen einsetzte.
Weitere Medien
- Ort & Datierung
- 1935
- Material & Technik
- Öl auf Karton
- Abmessungen
- 50 x 40 cm
- Museum
- Privatsammlung Süddeutschland
- Inventarnummer
- X26.104