Im Vordergrund des Bildes steht eine Druckmaschine, auf der ein Gorilla sitzt. Im Hintergrund an der Wand auf einer Art Sockel befindet sich eine mittelalterliche Madonna mit Heiligenschein. Links daneben schwebt eine umgekehrte Erdkugel, auf der die Kontinente Afrika und Australien fehlen. Der Ausblick durch ein Fenster gibt den Blick auf eine bergige Flusslandschaft mit einer Eisenbahnstrecke und einer Häuserzeile frei.
Kurz nach einer zweiwöchigen Studienreise nach Holland im Sommer 1925 entstand die erste Fassung des für Grossberg zentralen Themas „Maschinensaal“. Hier verbinden sich die Detailfreude technischer Darstellungen mit einer fast surrealen Fantastik. Das Werk gehört zur Reihe der „Traumbilder“, die zwischen 1925 und 1939 neben Architektur- und Industriebildern entstand. Auch wenn die Herkunft einzelner „Traum“-Motive nachzuweisen ist, etwa des Gorillas aus dem Buch „Naturgeschichte der Säugetiere für Schule und Haus“ von G. H. von Schubert (1886) und der Madonna aus der erst 1925 erschienenen Tilman-Riemenschneider-Monografie von Justus Bier, entzieht sich das Zusammentreffen dieser Versatzstücke einer schlüssigen Deutung.
Eine zweite Fassung des „Maschinensaals“ (1932) hängt direkt daneben. Bei genauer Betrachtung sind minimale Unterschiede zu erkennen, wie das Flugzeug im Himmel.
Weitere Medien
- Ort & Datierung
- 1925
- Material & Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- 70 x 60 cm
- Museum
- Von der Heydt Museum
- Inventarnummer
- G 0831