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Auftakt: Die Neue Sachlichkeit

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Die frühen 1920er Jahre sind geprägt vom Schrecken des Ersten Weltkriegs und den daraus folgenden tiefgreifenden Veränderungen. Es ist eine Zeit des Umbruchs, der Orientierungslosigkeit und des Neuanfangs – Zustände, die sich auch unmittelbar auf das Schaffen der Künstler*innen auswirken. Die idealistische Grundhaltung, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte, weicht einem skeptischen Realismus.

Geprägt ist die Kunst von sozialkritischen Themen, einem nüchternen Blick ohne Pathos und einem teils bodenständigen, teils drastischen Realismus. Zugleich kommt der Fotografie als Medium größere Bedeutung zu. Verstärkt rücken die Themen Industrie und Technik ins Blickfeld.

Der Begriff „Neue Sachlichkeit“ entwickelt sich um 1925. Gustav F. Hartlaub verwendet ihn für eine Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim, während Franz Roh mit dem Begriff „Magischer Realismus“ versucht, die neuen künstlerischen Strömungen vom Expressionismus der Vorkriegszeit abzugrenzen. Zu den prominenten Vertreter*innen der Neuen Sachlichkeit gehören etwa Otto Dix, Conrad Felixmüller, Franz Radziwill und Carl Grossberg. Ebenfalls dazu gezählt wird Max Beckmann, dessen Werke Sie in unserer Sammlung „Zeiten und Räume“ finden.

Die „Kölner Progressiven“, der Heinrich Hoerle, Franz Wilhelm Seiwert und Gerd Arntz angehören, bilden einen Gegenpol zur Neuen Sachlichkeit. Die Gruppe zählt zu den wichtigsten künstlerisch-politischen Bewegungen der Weimarer Republik.

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