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Epilog: Dingmagie und Realismus nach 1945

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Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg galt es für Künstler*innen als Gebot der Stunde, abstrakt oder gestisch zu arbeiten. Indem man sich vom Gegenstand löste, befreite man sich von einer Kunst, die ideologisch missbraucht worden war, insbesondere von den Nationalsozialisten.

Die amerikanische Pop Art markierte in den frühen 1960er Jahren einen Wendepunkt. Mit ihr kehrte der Realismus in neuer Form zurück: Alltägliche Dinge und Konsumartikel, selbst die plakative Ästhetik der Werbung, wurden darstellungswürdig, gewöhnliche Materialien und Objekte gingen in die Werke ein. Die Antwort aus Europa ließ nicht lange auf sich warten, wie die Arbeiten des Briten David Hepher, der Italiener Domenico Gnoli und Ettore Colla oder des deutschen Malers Konrad Klapheck belegen. Klapheck bezog sich mit seiner Dingmagie direkt auf Carl Grossberg.

Seither ist die Auseinandersetzung mit der sichtbaren Wirklichkeit für Künstler*innen eine selbstverständliche Option. Mal geschieht das, wie bei Dirk Skreber, auf geradezu explosive Weise; mal, wie bei Markus Willeke, bei aller malerischen Freiheit derart diszipliniert, dass das Bild, so gegenständlich es sein mag, auch abstrakt gelesen werden kann. Torsten Slama knüpft wiederum motivisch wie formal direkt bei Grossberg an. Mit seinem Gemälde „Rumpf-Familie“ (2008) zitiert er dessen Traumbild „Dampfkessel mit Fledermaus“.

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