1929–31 realisiert Grossberg für die Berliner Elektrizitätswerke (BEWAG) ein druckgrafisches Portfolio, das die Errichtung eines neuen Kraftwerks dokumentiert: von der Vorbereitung der Baugrube bis zur Fertigstellung. Die Blätter zeigen abwechselnd landschaftliche Überblicksdarstellungen und Detail- bzw. Innenansichten.
Wie die Summe von Grossbergs Beschäftigung mit Industrie und Technik wirkt die großformatige „Industrielandschaft“, die Motive v.a. aus den westdeutschen Industrierevieren vereint. Es handelt sich um die Vorlage für eine Wandmalerei für die Ausstellung „Deutsches Volk – Deutsche Arbeit“ (1934). Auftraggeber war das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Das Bild ist indes nicht als Bekenntnis zum Nationalsozialismus zu verstehen. Grossberg und seine Frau galten als Gegner des Regimes und waren als „Kommunisten“ verschrien. Wenn er staatliche Aufträge annahm, geschah das, um seine Familie durchzubringen.
Grossbergs persönliche Sicht auf das Zeitgeschehen und seine seelischen Nöte sind an einem visionären Bild von 1932/33 abzulesen, das hier erstmals öffentlich ausgestellt ist: eine einsame menschliche Figur wird vom technisch-industriellen Fortschritt ebenso bedroht wie von geifernden Fantasiegestalten. Zur selben Zeit zeichnet Grossberg in ein Skizzenbuch als Sinnbild seiner schwierigen Situation eine „Seiltanzende Maschine mit Schatten“. Darunter steht das Datum 30.1.1933 – der Tag, an dem Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wird.