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Raum 6: Stadt und Land II

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Nur schwer lassen sich in Grossbergs Œuvre klare Werkphasen benennen, da er an unterschiedlichen Themen parallel gearbeitet hat. Seine Architektur-, Industrie- und Stadtansichten entstehen wie die „Traumbilder“ nebeneinander.

Abwechselnd widmet er sich auch großstädtischen und dörflichen Sujets, sowohl in Gemälden wie in Arbeiten auf Papier. In seinen Gemälden gestaltet er Häuser und Türme kubisch, wählt kräftige Farben und variiert Perspektive und Betrachterstandpunkt. Dabei trägt Grossberg die Farbe auf altmeisterliche Weise sehr glatt, ohne erkennbaren Pinselduktus auf. Die Wirkung ist beinahe mechanisch. In den Aquarellen erhalten Ton und Textur der Farbe mehr Gewicht, und der Auftrag wirkt hier fast spielerisch. Auch die Linienführung ist freier, lebendiger.

In der gleichzeitigen Fotografie sind ähnliche Motive beliebt, wie die Bilder von Albert Renger-Patzsch und August Sander beweisen. Renger-Patzschs Aufnahmen aus Essen und Duisburg, unweit Grossbergs Geburtsort Elberfeld, entstehen 1930 bzw. 1932 und zeigen einen ähnlich kühlen, sachlichen Stil. Sander fotografierte in den 1930er Jahren Dörfer im Westerwald sowie Landschaften in Braunkohlegebieten. Sie zeichnen sich, wie seine berühmten Porträts, durch einen dokumentarischen Stil aus. Das „Neue Sehen“ der sachlichen Fotografie entspricht der sachlichen Malerei Grossbergs.

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