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Raum 4: Stadt und Land I

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1921 siedelt Grossberg nach Sommerhausen südlich von Würzburg über, einen idyllischen Weinort, in dem er bis 1940 ansässig bleibt. 1923 heiratet er die von dort stammende Violinistin Mathilde (Tilde) Schwarz. Sommerhausen, Würzburg und viele umliegende Orte hält er in seinen Werken fest. Dennoch zieht es Grossberg immer wieder in die Metropolen, besonders nach Berlin, wo er dem „Verein Berliner Künstler“ beitritt. So sind sein Leben und sein Werk gleichermaßen bestimmt von dem Gegensatz zwischen Stadt und Land: modernes industriell geprägtes Leben auf der einen und ländlich-traditionelles, ruhiges Dasein auf der anderen Seite.

Im Sommer 1925 unternimmt Grossberg mit seinem Freund Gustav Decker eine zweiwöchige Studienreise nach Amsterdam und Zandvoort. Sie führt in seinem Werk zu formaler Klärung. Seine Gemälde sind seitdem bestimmt durch geometrische Schärfe und ungewöhnliche, strahlende Farben.

Der Vergleich zu der Fotografie von Thomas Ruff ergibt über ein gutes halbes Jahrhundert hinweg spannende Parallelen: die standardisierte Architektur, die Perspektive und die Ausschnitthaftigkeit sowie die Menschenleere. Ruff, der bei Bernd und Hilla Becher in Düsseldorf studierte, orientiert sich an der sachlichen Architekturfotografie des Bauhauses – ein wichtiger Bezugspunkt auch für Grossberg.

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