Im Frühjahr 1919 schreibt Grossberg sich an der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar ein. Wenige Wochen später geht die Hochschule im Staatlichen Bauhaus Weimar auf, das die Architektur zur Leitdisziplin erklärt. In den Worten des ersten Rektors Walter Gropius: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!“
Grossberg hatte vor dem Ersten Weltkrieg selbst ein Architekturstudium begonnen. Dennoch bleibt er am Bauhaus dem Ziel treu, mit dem er nach Weimar gegangen war: Er will Maler werden. Sein wichtigster Lehrer wird Lyonel Feininger. Auch bei Paul Klee und Johannes Itten besucht er Lehrveranstaltungen. Schon im März 1921 erklärt er seinen Austritt aus der Schule – im Zusammenhang mit einer tiefen Krise, die sich am Leitungsstil von Walter Gropius entzündet hatte.
Die Arbeiten auf Papier aus den Weimarer Jahren zeigen, wie viel Grossberg der Lehre dort verdankt. Auf das Vorbild Feininger weisen v.a. jene Blätter, in denen er die Motive geometrisch ordnet oder kristallin auflöst. Klee und Itten dürften sein Gespür für Farbe geschärft haben, das insbesondere aus den Aquarellen spricht. In Ölbildern mit Darstellungen baukastenartig vereinfachter Gebäude fasst er die gegensätzlichen Impulse, die er empfängt, schlüssig zusammen und findet zu einer eigenen Position: Feste Formen treffen auf klare Farben.