In einem steril wirkenden Raum erscheint vor uns ein überdimensionierter gelber Kessel inmitten einer komplexen Industrieanlage. Auffällig ist der nüchterne und scharfe Blick, mit dem Grossberg den Kessel wiedergegeben hat. Das Gemälde wurde für die Hamburger Ölwerke, HOBUM, im Auftrag von Konsul Brinckman gemalt.
Seine zwischen 1933 und 34 entstandenen Maschinenbilder gehören zu den bekanntesten Werken des Künstlers. Wie er selbst sagte, galt der Darstellung von architektonischen und technischen Anlagen sein besonderes Interesse, da diese „das Gesicht unserer Zeit bestimmen“. Seine Bilder spiegeln die in der Weimarer Republik herrschende Begeisterung für die neuen Möglichkeiten technischer Produktionssysteme und industrieller Arbeitsabläufe wider.
Von Menschenhand geschaffen, als Erweiterung der menschlichen Arbeitskraft, führt die Maschine eine parallele Existenz. Sie fungiert als ein Gegenüber. So wird auch der Kessel im Bild zu einem Individuum. Grossberg stellt ihn wie ein Ganzkörperportrait dar, ein voluminöser Körper, an den feine Rohre und Leitungen angeschlossen sind und ihn mit Leben füllen. Man vermutet ein Zirkulieren von Flüssigkeit, doch seine konkrete Funktion, und damit der Sinn seiner Existenz, bleiben rätselhaft.
Das Bild kam aus der Sammlung des Wuppertaler Lackfabrikanten Kurt Herberts ins Museum.
Weitere Medien
- Ort & Datierung
- 1933
- Material & Technik
- Öl auf Leinwand auf Holz
- Abmessungen
- 90 x 70 cm
- Museum
- Von der Heydt Museum
- Inventarnummer
- G 1559