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#149

Zwei anthropomorphe Figuren

Ernst, Max (1891-1976) | Maler:in

Der aus dem Rheinland stammende Max Ernst (1891–1976) zählt zu den prägenden Künstler*innen des 20. Jahrhunderts. Als Mitbegründer der Kölner Dada-Gruppe und späterer Protagonist des Surrealismus, dem er sich 1922 in Paris anschloss, war er für beide Strömungen impulsgebend. Ausgangspunkt seines künstlerischen Schaffens war das Unterbewusstsein, das unerwartete, ungewöhnliche Formen und Inhalte hervorbrachte.

1930 entstand das Gemälde „Zwei anthropomorphe Figuren“. In einem schwarzen, kastenartigen Raum erscheinen zwei aus fragmentarischen Formen zusammengesetzte Gestalten. Die linke Figur besteht aus braun-roten Rechtecken und einem gelben, vogelähnlichen Element und steht frontal. Die Nebenfigur ist aus braun-grünen Formen gestaltet. Sie umgreift den Partner, rafft ihr Gewand und reckt ihren langen Hals mit ornamentiertem Kopf dem dunkelblauen Himmel entgegen. Formal wirken die Figuren gegensätzlich, allein die gelben organischen, an Vögel und Blätter erinnernden Formen verbinden sie miteinander.

Die Vogelmetaphorik spielt in Ernsts Schaffen um 1930 eine zentrale Rolle. Vogelaugen, Profile und Anspielungen auf sein „Privatphantom“ Loplop finden sich in vielen Bildern dieser Zeit – und daraus bezieht auch das anthropomorphe Paar seine Lebendigkeit.

Ernst verstand seine Kunst als Forschungsreise in das Unterbewusstsein, stets verbunden mit der äußeren Welt. Dem Auge des Betrachtenden weist er eine aktive Rolle zu: Erst im Überwinden des passiven Sehens wird in der „widersinnigen Irrationalität“ des Surrealismus ein „ursprünglicher Hauch der Realität“ wahrnehmbar.

Ort & Datierung
1930
Material & Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
66 x 54 cm
Museum
Kunst- und Museumsverein
Inventarnummer
KMV 1963-64/11
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