Nach Jahren des unsteten Wanderlebens waren Wassily Kandinsky und Gabriele Münter 1908 nach Bayern zurückgekehrt und hatten sich im Münchner Künstlerviertel Schwabing niedergelassen. Die gemeinsame Arbeit im oberbayerischen Alpenland, vor allem in Murnau, wohin auch Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin kamen, bedeutete besonders für Kandinsky und Münter die Befreiung aus einem Zustand jahrelangen Experimentierens und zugleich den entscheidenden Durchbruch zu eigenen künstlerischen Ausdrucksmitteln.
Die Sommermonate verbrachten sie meist in Murnau am Staffelsee, in dessen Umgebung auch das vorliegende Gemälde entstanden ist. Das Ettaler Mandl, im Bild oben rechts in Dunkelrot, bezeichnet einen 1633 Meter hohen Kalkzacken in den Ammergauer Alpen. Kandinsky kombiniert hier leuchtendes Gelb-Orange mit Dunkelblau und Rot und erzeugt so eine stimmige Atmosphäre, die an einen Sonnenuntergang erinnert. Die Farben sind flächig aufgetragen. Weiße Tupfen rund um die dunklen Wolken und auf den Berggipfeln bilden einen Kontrast.
Das Gemälde ist seit 2023 als Dauerleihgabe im Von der Heydt-Museum.
- Ort & Datierung
- 1909
- Material & Technik
- Öl auf Pappe
- Abmessungen
- 33 x 45 cm
- Museum
- Von der Heydt Museum
- Inventarnummer
- D 0196