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#146

Frau für Venedig V

Giacometti, Alberto (1901-1966) | Bildhauer:in

02:02

Die Bronze gehört zu einer Serie von Frauenfiguren, die der Schweizer Bildhauer und Maler Alberto Giacometti für den französischen Pavillon der 28. Biennale in Venedig 1956 geschaffen hatte. Es handelt sich dabei um verschiedene Stadien der gleichen Figur, die Giacometti innerhalb von drei Wochen schuf. In regelmäßigen Abständen bat er seinen Bruder Diego, einen Gipsabguss herzustellen. Die Gesamtzahl der Gipsfiguren ist nicht bekannt, wobei sie auf 15 geschätzt wird. Nur neun davon wurden in Bronze gegossen.

Giacomettis Figuren bezeichnen die äußerste Position eines Rückzugs auf den Kern der Gestalt. Ausgezehrt und wie verwittert steht diese Figur da und behauptet sich doch dank ihrer bannenden Kraft, den extremen Proportionen, der sensiblen plastischen Akzentuierung und der außerordentlich lebendigen Oberfläche. Giacometti schuf eine eindringliche plastische Form: extreme Verminderung des Volumens bei streng frontaler Ausrichtung und betonter Verankerung der Figur am Boden. Die schöne farbige Patina hat die Figur durch längere Aufstellung im Freien erhalten. Giacomettis Thema ist die Einsamkeit des Menschen gegenüber der Unendlichkeit des grenzenlosen Raumes. Die „Frau für Venedig" ist ein sehr eindringliches Beispiel dafür, wie eine vergleichsweise zierliche Skulptur einen Raum dennoch durch ihre Präsenz erfüllen und beherrschen kann.

Ort & Datierung
1956
Material & Technik
Bronze
Abmessungen
110 x 13,5 x 31 cm
Museum
Von der Heydt Museum
Inventarnummer
P 0252
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