Rosie Lee malte das quadratische Ölgemälde „Chimera“ im Jahr 1976. Lee wurde 1935 in Rotterdam geboren und studierte in England. Der Bildtitel bezieht sich auf ein mythologisches Wesen, ein genetisches Phänomen oder ein Trugbild. Da Lee ihre Kunst als Auseinandersetzung von Selbst und Bewusstsein versteht, liegt die Deutung der Chimäre als Hirngespinst nahe.
Das Gemälde zeigt im Vordergrund dichtes Pflanzengrün, das von einem Fensterausblick beleuchtet wird. Im Zentrum befindet sich eine braun-gelb gemusterte Blüte, aus der ein graues Auge die Betrachtenden direkt anschaut. Links daneben sitzt eine Gottesanbeterin, während das rechte Bilddrittel den Blick auf eine Parklandschaft freigibt. Vor einem tiefen Horizont sind dort ein Springbrunnen, ein Heckenlabyrinth sowie schemenhaft Figuren zu erkennen.
Das Werk gehört zu einer Reihe von Gemälden aus den 1970er-Jahren, die durch ihre Farbigkeit und wiederkehrenden Motive wie Gärten, Labyrinthe und menschliche Figuren miteinander verbunden scheinen. In den traumhaften, an den Surrealismus erinnernden Elementen spiegelt sich das Unterbewusste wider. 2007 wurden dem Museum zehn Werke der Künstlerin geschenkt – würdet ihr sie in einer Ausstellung sehen wollen?
- Ort & Datierung
- 1976
- Material & Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- 91,5 x 91,5 cm
- Museum
- Von der Heydt Museum
- Inventarnummer
- G 1848