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#407

Kaffeetisch

Preusse, Johann August (1908-1942) | Maler:in

Wo der Tisch in August Preusses „Kaffeetisch“ beginnt und endet, ist unklar und nur wenige Gegenstände sind eindeutig erkennbar: eine blaue Kanne, eine Scheibe Brot und ein Teller mit Zwieback – handelt es sich vielleicht um die berühmte Bergische Kaffeetafel? Alles wirkt perspektivisch verzerrt und stark vereinfacht. In Blau-, Orange- und Weißtönen heben sich die hellen Formen vom dunklen Hintergrund ab, der Raum bleibt undefiniert. Der starke Kontrast und die Starre der Bildelemente erinnern an Linolschnitte des Künstlers.

Der aus Solingen stammende Maler und Grafiker August Preusse (1908–1942) begann mit 14 Jahren eine Graveurlehre. Anschließend studierte er in Magdeburg, Berlin-Charlottenburg und ab 1929 an der Kunstakademie Düsseldorf, zunächst bei Heinrich Nauen, dann bei Paul Klee. Dort wandte er sich dem Kubismus und den Ideen des Bauhauses zu und wurde 1932 Klees Meisterschüler.

Als gelernter Grafiker stellte Preusse zu Beginn des Nazi-Regimes gefälschte Ausreisepapiere für jüdische Kommiliton:innen her. Ab 1937 lebte er wieder in Berlin. Um dort als Grafiker arbeiten zu dürfen, musste er Mitglied der Reichskulturkammer werden und einen Ariernachweis erbringen. 1940 wurde Preusse zur Wehrmacht eingezogen und schließlich als Melder an die Ostfront versetzt. Im März 1942 kam er kurz vor seinem 34. Geburtstag durch eine Granate ums Leben.

Ort & Datierung
1. Hälfte 20. Jh.
Material & Technik
Leinwand
Abmessungen
70 x 69,5 cm
Museum
Von der Heydt Museum
Inventarnummer
G 1190
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