Frame of a mobile phone QR-Code

#409

Komposition 1931

Freundlich, Otto (1878-1943) | Maler:in

Der Maler und Bildhauer Otto Freundlich bildet ein wichtiges Bindeglied zwischen der deutschen und der französischen Kunst bis zum Nationalsozialismus. Zunächst studiert Freundlich Kunstgeschichte und lebt ab 1909 mehrere Jahre in Paris, wo er im berühmten Atelierhaus Bateau-Lavoir wohnt und viele der dort tätigen Künstler:innen kennenlernt. Nach dem Ersten Weltkrieg wendet sich Freundlich politisch links orientierten Kreisen zu und gehört unter anderem der Gruppe progressiver Künstler in Köln sowie der Novembergruppe in Berlin an. Er freundet sich mit Stanislaw Kubicki an, der ebenfalls der Gruppe progressiver Künstler in Köln angehörte.

Seit 1931 ist Freundlich Mitglied der Pariser Gruppierung Abstraction-Création, die Künstler:innen der nicht gegenständlichen Richtung verschiedener Nationalitäten vereint. In seiner Malerei entwickelt er einen strengen, geometrisch und klar gegliederten Bildaufbau. Flächenformen werden in mosaikartigen Segmenten zu einer starkfarbigen, leuchtenden Komposition zusammengefasst. Die nicht-figurative Kunst begründet er folgendermaßen:

„Die Künste haben das Recht, als eine selbständige Materie anerkannt zu werden: nicht nur als eine von der Erfahrung, also von den Naturdingen abgeleitete, d. h. eine abstrakte, sondern als eine selbstständige, d. h. konkrete Materie. […] In den Künsten wird derjenige Teil der Materie gestaltbar, der nicht in den Naturdingen zur Form geworden ist und der in keinen Naturdingen Form werden kann.“

Freundlichs jüdische Herkunft und politische Anschauung bringen ihn und seine Kunst in Gegnerschaft zu den Nationalsozialisten, die ihn 1943 im KZ Lublin-Majdanek ermorden.

Material & Technik
Leinwand
Museum
Von der Heydt Museum
Ort & Datierung
1931
Inventarnummer
G 1192
0:00