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#56

Sebenzile, Parktown 2016

Muholi, Zanele (1972-) | Fotograf:in

In diesem eindringlichen Selbstporträt zeigt sich Zanele Muholi mit einem Arrangement aus weißen, fein gerillten Industrieschläuchen, die sich kreisförmig in mehreren Bahnen um den unbekleideten Oberkörper und den Kopf legen. Die Alltagsgegenstände erhalten eine ungewohnte Nutzung und Bedeutung, die rätselhaft bleibt: Die Schläuche könnten als Kleidung, Schmuck, Fessel, Heiligenschein gedeutet werden. Die Komposition ist streng, die Augen exakt in der Bildmitte. Eine Aufforderung genau Hinzusehen. Die von zwei horizontalen weißen Streifen durchbrochene schwarze Kreisform im Bildhintergrund verschränkt sich mit dem Arrangement der Schläuche. Vorder- und Hintergrund verbinden sich, aber der direkte Blick Zanele Muholis bleibt der Fixpunkt.

Zanele Muholi bezeichnet sich selbst als „visual activist“. Muholi porträtiert seit 2007 diskriminierte Minderheiten, besonders Schwarze, homosexuelle Frauen, wobei Muholi die fotografische Arbeit als Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins der LGBTQIA+-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual, Asexual, +) in Afrika versteht. Die Rechte von LGBTQIA+ werden seit 1996 zwar durch die südafrikanische Verfassung geschützt. Attacken und homophobe Hassverbrechen sind aber trotzdem immer noch allgegenwärtig. Zanele Muholi ist selbst eine non-binäre Person, also eine Person, die sich nicht ausschließlich als männlich oder weiblich identifiziert.

Ort & Datierung
2016
Material & Technik
Silbergelatine-Print
Abmessungen
77 x 69 cm (Blatt); 69,8 x 60,5 cm (Motiv)
Museum
Von der Heydt Museum
Inventarnummer
D 0088
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Offline