Ein weiteres indonesisches Textil aus der ehemaligen Sammlung Eduard von der Heydts ist in dieser Vitrine gezeigt. Es handelt sich um einen Sarong, der um 1900 auf Java, möglicherweise in Indramayu entstanden ist. Der Wickelrock für Frauen ist aus einem dicht gewebten, leinwandbindigen Baumwollgewebe gefertigt. Das dunkelblaue Muster auf hellblauem Grund bildet ein vollflächiges Ornament, das mit der sogenannten Batik tulis-Technik, einer Wachsreservetechnik ausgeführt wurde. Besonderen Wert erhält das Tuch durch die mit Goldstaub eingefassten Konturen der Muster. Übrigens: Dieses feine Ornament hat die Umschlaggestaltung für den Katalog der aktuellen Ausstellung "Schön & Streng. Die Macht des Ornaments" inspiriert. Die Sonderausstellung können Sie im 2. Obergeschoss des Museums sehen.
Die drei Holzobjekte stammen aus den ehemaligen Kolonien Deutsch-Neuguinea (das heutige Papua-Neuguinea) und von den Salomonen-Inseln, die in der Vergangenheit teilweise zum deutschen Reich und Großbritannien gehörten. Es handelt sich um Zeremonialobjekte. Eine sogenannte „Korwar“-Figur aus dem Westen Neuguineas repräsentiert eine kürzlich verstorbene Person und diente als übernatürlicher Behälter für den Geist des Ahnen. Diese Ahnenfiguren waren in sitzender oder stehender Position mit einem markanten Kopf und pfeilförmiger Nase dargestellt. Korwars wurden im Haus des Verstorbenen aufbewahrt und verehrt, aber auch auf Seereisen mitgeführt oder als Amulette getragen. Diese Ahnenbilder spielten eine zentrale Rolle im täglichen Leben für den Schutz der Lebenden. Bei der Reiterfigur handelt es sich vermutlich um das Fragment einer Zierdekoration. Das Paddel mit dunkelbrauner Patina trägt einen geschnitzten, maskenartigen Kopf am Übergang zwischen Schaft und Paddelblatt. Vermutlich wurde es nicht als Paddel zur Fortbewegung eines Bootes, sondern als Zeremonialobjekt benutzt.