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#261

Kennedy vor Corham

Vostell, Wolf (1932-1998) | Künstler:in

Geboren in Leverkusen, studiert Vostell nach einer Ausbildung zum Lithograf in Köln ab 1954 an der Werkkunstschule Wuppertal. In Paris kommt er 1954 in Kontakt mit den Décollagisten (Affichisten). Auf der Titelseite einer französischen Tageszeitung stößt er im Bericht über einen Flugzeugabsturz auf das Wort „décollage“. Die Doppeldeutigkeit des Begriffs in der deutschen Übersetzung – „abheben“ und „trennen“, „Geleimtes ablösen“ – gibt den Anstoß zur Entwicklung seiner Idee der dé-coll/age als Gestaltungsprinzip.

Mit dem Verfahren der Dé-coll/age begegnet er kritisch der Informationsflut der Moderne. Die in diesem Sinne vorgenommenen Eingriffe in vorgefundene Bilder, die er zuerst bei seinen Plakat-Abrissen demonstriert, setzt er hier mittels einer Wischtechnik fort. Dem Bild liegt ein Pressefoto von der Ermordung J. F. Kennedys am 22. November 1963 auf einer Fahrt durch Dallas zugrunde. Durch die Übermalung des Bildzentrums entzieht er die chaotischen, tödlichen Vorgänge im Wagen jeder logischen, politischen oder emotionalen Erklärung. Das Porträtfoto des mutmaßlichen Attentäters hat Vostell im linken Bildviertel mehrfach eincollagiert.

Material & Technik
Siebdruck und Sprühdosenfarbe auf Leinwand
Museum
LEIHANNAHMEN
Datierung
1964
Inventarnummer
X22.001
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