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#259

Probleme mit Uecker, seinen Nägeln und anderer Leute Busen

Alvermann, Hans Peter (1931-2006) | Künstler:in

Hans Peter Alvermann verbindet in seinen Werken Sozialkritik und Provokation. Seine letzten Arbeiten stammen aus dem Jahr 1966, danach widmete er sich ausschließlich seiner politischen Arbeit (Eintritt in die kommunistische Partei, Mitbegründer der Humanistischen Union und des RC Düsseldorf). 1972 ist er Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Das Bildobjekt ist, wie im Titel bezeichnet, ein brutaler Affront mit vielen Zielen: die Bravheit der Kunst im Allgemeinen wie auch die der Nagelobjekte von Günter Uecker im Speziellen, die Tabuisierung von Geschlechterrollen wie auch die Brutalität sexistischer Phantasien. Im Bild ist die Anweisung zu lesen: „Sie können sich den Busen auch unter Verwendung der beigefügten Nägel von Herrn Uecker benageln lassen.“

Stella Baum erinnert sich an den Künstler: „Ein Künstler, hochbegabt und einfallsreich, hat sich leider selbst in Vergessenheit gebracht, es ist H.P. Alvermann. Er verfügte über eine unglaubliche handwerkliche Geschicklichkeit und großartige Beobachtungsgabe. Seine Pop-art war von politischer Brisanz. Er wurde Mitgründer der Humanistischen Union und hörte auf, Kunst zu machen. Wir sahen Ausstellungen von ihm bei Schmela, Jährling und im Von der Heydt-Museum, wo er verlangte, daß in den Katalog das 'Kommunistische Manifest' aufgenommen wurde. Als Alvermann 1962 einen Scheck von meinem Mann auf der Bank einlöste, rief der Beamte alarmiert an: ‚Hier steht ein Subjekt mit nackten Füßen und hält einen Scheck von Ihnen in der Hand.‘“ (Stella Baum, Die frühen Jahre, in: Kunstforum Bd. 104, 1989)

Material & Technik
Gips auf Spanplatte, bemalt
Museum
Von der Heydt Museum
Datierung
1963
Inventarnummer
P 0316
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