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#251

Raumkonzept

Fontana, Lucio (1899-1968) | Maler:in

Als erstes von fünf Manifesten veröffentlicht Lucio Fontana (18991968) 1946 sein „Manifesto blanco“. Darin erteilt er den überlieferten künstlerischen Gestaltungsmitteln eine radikale Absage. Auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse vertritt er eine raumbezogene Kunst. Fontana hat angefangen, die Leinwand zu perforieren. Der nächste Schritt sind seit 1958 die sogenannten „tagli“, leicht geschwungen verlaufende Schnitte durch die Mitte des Bildträgers. Die meist mit Gaze, einem lockeren Stoff, hinterlegte Leinwand reagiert ganz unterschiedlich auf die Verletzung. Je nachdem, ob die Schnitte nach vorn, nach hinten oder in beide Richtungen gehen, entsteht eine andere Assoziation von Räumlichkeit. Der Raum wird vor dem Bild als offen und unbegrenzt oder als unbestimmbare Tiefe dahinter empfunden.

Material & Technik
Leinwand
Museum
Von der Heydt Museum
Datierung
1968
Inventarnummer
G 1415
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