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#242

5 Grün

Fruhtrunk, Günter (1923-1982) | Maler:in

Bei den Arbeiten von Günter Fruhtrunk (19231982) hat die Struktur des Bildes eine der Farbe dienende Funktion. Absicht des Künstlers war es, die reine Farbe zu einem Höchstmaß der ihr innewohnenden Lichtintensität zu führen. Bei dem Wuppertaler Bild „5 Grün“ sind es das tiefe Schwarz, im Wechsel mit Bändern in fünf unterschiedlichen Grüntönen, die an den Rändern größtenteils blau abgesetzt sind. Die schwarzen und grünen Farbbänder werden vom Bildrand überschnitten und suggerieren damit eine offene Formation, die sich nach oben, unten und zu beiden Seiten beliebig fortsetzen ließe. Mit dieser formalen Strategie versuchte Frühtrunk überdies den Eindruck eines traditionellen Figur-Grund Verhältnisses zwischen dem Schwarz und den Grüntönen zu vermeiden. Schwarz und Grün beeinflussen sich wechselseitig, werden verbunden und trennen sich gleichzeitig. Die simultane Überschaubarkeit der Leinwand und ihrer inszenierten Farb-Energetik fordert ein sukzessives Schauen heraus. Das Sehen wird aktiviert. Vibration und Dynamisierung der Lichtverhältnisse beanspruchen die Adaptionsfähigkeit des Auges bis aufs Äußerste.

Im Zusammenspiel von Grün und Schwarz zeigt sich, wie schwierig es ist, die Eigenfarbigkeit eines Feldes zu bestimmen: „Das visuell Wahrgenommene zieht uns nicht durch das Gestaltete hindurch in eine ‚andere Welt’, sondern entwickelt sich im Sehvorgang als ständig Werdendes zu einer rhythmisierten Lichtenergie zurück und durchstößt das von allem Benennungswert freie Farb-Licht.“ (Fruhtrunk, 1973)

Material & Technik
Öl, Acryl auf Leinwand
Museum
Kunst- und Museumsverein
Datierung
1968/69
Inventarnummer
KMV 1998/1
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