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Franz Erhard Walther, Duftobjekt, 1963

Franz Erhard Walther will durch seine Kunst zur Erweiterung des Denkens anregen und die Rezipient:innen dazu animieren, sich nicht passiv zu verhalten, sondern in eine Interaktion mit dem Kunstobjekt zu treten. Walther studiert zunächst an der Werkkunstschule, Offenbach, und der Hochschule für Bildende Künstler, Frankfurt, bevor er in die Klasse von Karl Otto Götz an der Kunstakademie Düsseldorf wechselt. Dort studiert er u.a. mit Gerhard Richter und Sigmar Polke. 1971 wird Walther mit 32 Jahren als Professor an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen.

Das »Duftobjekt« aus der Sammlung Baum war seine erste verkaufte Arbeit. Das aus einem gefundenen Matratzenteil bestehende und mit Nessel überzogene Objekt, zu dem Reiner Ruthenbeck eine Fotoserie anfertigte, ist ein solches Aktionsobjekt. Theoretisch sollen die Betrachter:innen auf das Kissen drücken, um am markierten Loch Duft freizusetzen. (Aus konservatorischen Gründen ist dies heute nicht mehr möglich!) Sowohl die aktive Handlung der Betrachter:innen als auch der reale Raum, in dem sich der Duft verbreitet, sind Bestandteile des Kunstwerks.

Der Künstler arbeitet mit den traditionellen Begriffen Plastik und Skulptur, obwohl er nicht klassisch modelliert oder meißelt. In seinem Werk sind vielmehr das Prozessuale (hinzufügen) und das Handeln (eingreifen) die Kriterien für Plastik und Skulptur.

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