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#230

Die Sexbombe und ihr Begleiter

Klapheck, Konrad (1935-) | Maler:in

1955 malt Konrad Klapheck seine erste Schreibmaschine, ein regelrechtes Bildnis des Geräts. Eindeutig ist sie ein merkwürdiges Objekt, zumindest wenn man es so isoliert und im Detail betrachtet, wie es Klapheck tut. In der Darstellung monumental, kühl und erhaben auftretend, hat er seither vielen trivialen Utensilien des alltäglichen Gebrauchs menschliches Leben gegeben, darunter Fahrradschellen, Telefonen, Bügeleisen, Schuhspannern und, wie hier, Wasserhähnen und Duschköpfen, die ihre verborgene, magische Kraft offenbaren. Es ist, als würden die Dinge, die uns plötzlich mit unheimlichem und geheimnisvollem Selbstverständnis aus den Bildern anschauen, ihr Recht auf Eigenleben geradezu einklagen. Gleichzeitig symbolisieren sie Menschentypen und deren Charaktereigenschaften. Die Ironie oder auch Komik, die Klapheck mit seinen Bildern provoziert, lässt von der wahren Tragik des Lebens, die bezeichnet wird, absehen. Klaphecks Erläuterung zu dem Wuppertaler Bild ist entsprechend einfach: „Die große helle Figur ... die Sexbombe mit dem schönen Busen [und] die Dusche mit dunklem Griff ihr kleiner Begleiter mit dicker Brieftasche.“ Klaphecks Objekte der 1960er Jahre mögen in ihrer simplen Art den Charme des Altmodischen haben, umso klarer sind aber die Assoziationen, die sie bei den Betrachtenden auslösen.

Material & Technik
Öl auf Leinwand
Museum
Von der Heydt Museum
Datierung
1963
Inventarnummer
G 1163
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