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#224

Lichtweißkreis

Piene, Otto (1928-2014) | Künstler:in

1957 organisiert Otto Piene Abendausstellungen in seinem Düsseldorfer Atelier. Zeitgleich entstehen Rasterbilder: gelbe, schwarze, silberne und schließlich weiße Bilder. Zur Entstehung der Rasterung sagte der Künstler, dass sie „mit Ölfarbe auf Ölgrund gemalt, indem die Farbe durch von mir von Hand gestanzte Kartonsiebe getrieben wurde, dann nach dem Abnehmen der Siebe die Farbe mit Terpentin überflutet, so dass die Rasterpunkte durch Abschwemmen ‚lichtschlüpfrig‘ wurden" (Piene 1967).

Im Bemühen um einen künstlerischen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich Piene und Heinz Mack 1958 zur Gruppe ZERO zusammen, der sich später noch Günther Uecker anschließt. Was mit Abendausstellungen in Pienes Düsseldorfer Atelier begann, entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts, die die Kunst bis heute beeinflusst. 

Rückblickend sagt Piene 1963: „Die Fleckenlosigkeit des Weiß zog uns an. Wir sahen darin Reinheit und Licht. Wir hatten genug Trübheit und Konfusion, Dämonie und Dunkelheit erlebt. Wir versuchten, das Weiß zu erleben und erlebbar zu machen, indem wir es durch Raster in Schwingungen versetzten. Das Relief der geordneten Oberfläche gab dem Licht Gelegenheit, sich selbst im Widerspiel mit Schatten zu zeigen."

Material & Technik
Leinwand
Museum
Von der Heydt Museum
Datierung
1960
Inventarnummer
G 1102
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