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#221

Ruth in der Küche

Segal, George (1924-2000) | Künstler:in

Ein runder Holztisch, ein Sofa mit zwei Kissen und eine Aluminiumtasse sind Gegenstände aus der Küche von Ruth Schmidt, einer Freundin George Segals. Alltägliche Gegenstände bilden ein Stück Realität, das aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst, an einen fremden Ort, ins Museum überstellt worden ist. In dieses Ambiente setzt George Segal eine Gipsfigur von Ruth. Gespenstisch weiß, hebt sich die Figur von der Farbigkeit der sie umgebenden realen Gegenstände ab. Seltsam isoliert und introvertiert sitzt die Frau in ihrer vertrauten Umgebung.

Das Weiß des Gipses unterstreicht die Transformation vom Modell zur Kunstfigur. Es handelt sich nicht um einen Gipsabdruck, der jedes Detail der abgeformten Figur wiedergeben würde, sondern um die mit Gips getränkten Bandagen, die auf die Person aufgetragen werden. Auf diese Art kann der Künstler die Oberfläche nach seinen Wünschen gestalten, kann herausarbeiten oder künstlerisch überformen.

Das Interesse des 1924 in New York geborenen George Segal galt schon früh der menschlichen Situation, der Beziehung der Menschen zueinander und zu ihrer Umwelt. Mit seinen Gips-Plastiken nimmt er 1968 an der documenta 4 und 1977 an der documenta 6 teil. 1965 wird Segal in Wuppertal mit einer ähnlichen Gipsfigur bekannt: Eine Frau beim Lackieren der Nägel.

Material & Technik
Gips, Eichenholz, Stoff, Aluminium
Museum
Von der Heydt Museum
Datierung
1964
Inventarnummer
P 0274
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