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#202

Scheich mit Frau

Richter, Gerhard (1932-) | Maler:in

Bevor Gerhard Richter 196062 an der Düsseldorfer Akademie bei Karl Otto Goetz studiert, hat er bereits an der Dresdener Hochschule für Bildende Künste eine solide künstlerische Ausbildung erhalten. In seiner Malerei beginnt er schwarz-weiße Amateurfotos als Vorlage der Darstellung zu nutzen. Die Wiedergabe von Personen und Situationen erfolgt nicht im Stile des Fotorealismus, sondern mit verwischten Konturen, unscharf, wie ein zu hastig geschossenes Foto. Seine Motive findet der Künstler auch in Pressemedien, wie das „Hochzeitsfoto" einer Deutschen mit einem reichen Araber. Es handelt sich nicht um ein sorgfältiges Arrangement, sondern um ein eilig fotografiertes Bild, einer ständig nach Sensationen hastenden Boulevardpresse. Richter löst sich mit seiner Malerei vom Gegenstand der Darstellung und stellt mit seinen grauen Bildern traditionelle Sehgewohnheiten in Frage. Malerisch umgesetzt scheint die vermeintlich wirklichkeitsgetreue Fotorealität fragwürdig: vertraut und fremd zugleich.

Material & Technik
Leinwand
Museum
Von der Heydt Museum
Datierung
1966
Inventarnummer
G 1227
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